Im Zusammenhang mit dem Misstrauensvotum gegen Herrn Juncker führte der Deutschlandfunk am Morgen der Abstimmung ein Interview mit mir. Ich verdeutlichte nochmals, dass wir Herrn Juncker das Misstrauen aussprechen, da wir ja von Anfang an nie Vertrauen in ihn gehabt haben. Wir haben gegen ihn gestimmt, als er als Kommissionspräsident zur Wahl stand, und wir haben auch gegen die Kommission mit ihm an der Spitze gestimmt, als die dann noch einmal in der Gesamtheit zur Wahl stand. Es wäre ja inkonsequent, jetzt plötzlich so zu tun, als hätten wir Vertrauen zu Juncker, nachdem bekannt geworden ist, dass sich Juncker geradezu wie ein Raubritter verhalten hat und andere Staaten um ihre Steuereinnahmen geprellt hat.

Christdemokraten, Sozialdemokraten und Liberale haben Juncker gewählt. Und jetzt, nur drei Wochen später, stellen sie fest, dass Juncker sich mit seinen Steuertricksereien völlig uneuropäisch verhalten hat. Diese Fehlentscheidung von trauen Christdemokraten und Sozialdemokraten und Liberalen sich jetzt nicht einzugestehen.

Die entscheidende Frage ist: Vertraut man Juncker, oder vertraut man Juncker nicht? Und da sagen Christdemokraten und Sozialdemokraten, sie vertrauen ihm, trotz der Tatsache, dass er andere Staaten um ihre Steuereinnahmen geprellt hat, und wir sagen, wir tun es nicht.

Die Grünen haben einen Ausschuss beantragt, der diese Steuerhinterziehung untersucht. Aber auch das ist wieder abgeblockt worden von Sozialdemokraten und Christdemokraten. Die AfD-Abgeordneten haben gestern das grüne Begehren ausdrücklich und namentlich unterstützt.

Das Interview im Wortlaut