Die Bankenkrise in Italien ist nichts anderes als die Eurokrise in neuem Gewand. Italien leidet unter einer überbewerteten Währung, ganz ähnlich wie Griechenland. Deshalb ist der Anteil notleidender Kredite in den Bankbilanzen so hoch. Die Niedrigzinsen der EZB verhindern zudem, dass die Banken mit ihrem sonstigen Kreditgeschäft genügend Gewinne machen, um die Ausfälle auszugleichen.

Wenn nun aber wieder einmal Banken gerettet werden müssen, dann darf die EU nicht erneut ihre Regeln brechen. Gerade erst wurde die BRRD-Richtlinie verabschiedet, die besagt, dass erst einmal die Kapitalgeber einer Bank zur Rettung herangezogen werden. Diese Vorschrift dient dem Schutz der Steuerzahler. Wenn die BRRD-Richtlinie jetzt gleich beim ersten Anwendungsfall missachtet wird, ist sie das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt wurde.

Dann weiß jeder, dass man Risiken ruhig eingehen kann, sofern sie nur groß genug sind. Im Zweifel wird der Steuerzahler einspringen.