In einigen südeuropäischen Ländern, namentlich Griechenland, Spanien, Italien und Portugal, besteht das Tier-1 Kapital großer Finanzinstitute zu erheblichen Teilen aus Verlustvorträgen. Konkret soll es um eine absolute Höhe von ca. 40 Mrd. Euro und einen relativen Anteil von bis zu 40 Prozent in Griechenland gehen (Financial Times vom 6. April 2015: EU considers probe into unfair state aid for south European banks). Im Falle einer Bankenpleite entstünden dadurch erhebliche Verpflichtungen für die bereits überschuldeten und nahezu zahlungsunfähigen Regierungen.

  1. Wie hoch ist der Anteil der Verlustvorträge am Eigenkapital der im Stresstest von 2014 als systemrelevant bezeichneten Banken in Griechenland, Spanien, Italien und Portugal, sowohl absolut als auch relativ?
  2. Wie bewertet die EZB in ihren Stresstests diese aus Verlustvorträgen bestehenden Aktiva?
  3. Welche Haftungsverpflichtungen ergeben sich über den Einheitlichen Abwicklungs-Fonds (Single Resolution Fund – SRF) künftig für deutsche Finanzinstitute, sollten Regierungen nicht in der Lage sein, ihren Verpflichtungen nachzukommen?

Anfrage zur schriftlichen Beantwortung Z-93/2015 an die Europäische Zentralbank
Artikel 131 der Geschäftsordnung
Joachim Starbatty, Ulrike Trebesius, Bernd Lucke, Bernd Kölmel, Hans-Olaf Henkel (ECR)

 

Antwort von Danièle Nouy