Die Europaabgeordneten und Volkswirtschaftsprofessoren der Allianz für Fortschritt und Aufbruch Bernd Lucke und Joachim Starbatty warnen vor den Risiken im europäischen Bankensystem. „Eine neue Studie hat einen alarmierend hohen Rekapitalisierungsbedarf von bis zu 675 Milliarden € ermittelt. Das ist mehr als das Hundertfache dessen, was der gerade veröffentlichte Bankenstresstest der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) ergab,“ so Lucke.

In einer parlamentarischen Anfrage an die EU-Kommission, den Europäischen Rat und die Europäische Zentralbank verweisen Lucke und Starbatty auf die Studie der Professoren Viral V. Acharya (New York University, u.a.), Diane Pierret (Lausanne Universität) und Sascha Steffen (Universität Mannheim), die sogenannte APS Studie, welche die jüngsten EBA-Ergebnisse scharf kritisiert. Lucke und Starbatty fordern Auskunft, ob die EU die EBA-Studie für fehlerhaft hält oder ob, und wenn ja, aus welchem Grund die EU die viel höheren Risiken in der APS-Studie als unbeachtlich ansieht.

Die APS-Studie errechnet eine Unterkapitalisierung der systemisch relevanten Banken von 123 Mrd €, wenn ein anderer Stressteststandard als der der EBA verwendet wird, nämlich der des amerikanischen CCAR-Stressteststandards, (das sogenannte “Tier 1 Leverage“ Verhältnis des „comprehensive capital analysis and review“ Standards). Ferner errechnet die APS-Studie eine Unterkapitalisierung von 675 Mrd €, wenn eine systemische Krise auf der Basis von Marktwerten statt von Buchwerten simuliert wird. Demgegenüber errechnet der EBA-Stresstest lediglich eine Unterkapitalisierung von 5,6 Mrd Euro. Während in den APS-Simulationen eine Vielzahl von Banken unterkapitalisiert sind, darunter besonders besorgniserregend die Deutsche Bank und die Commerzbank, erscheint in dem EBA-Stresstest nur die italienische Monte dei Paschi di Siena Bank als unterkapitalisiert.