Europa steckt noch immer tief in der Krise, die Euro-Gruppe geht zum x-ten Mal auseinander, ohne mit Griechenland ein nennenswertes Ergebnis zu erzielen – und einem sogenanntem Wirtschaftsweisen wie Herrn Bofinger fällt nichts besseres ein als den Bürgern das Bargeld abschaffen zu wollen? Eine Bargeldabschaffung ist ganz bestimmt kein Rezept gegen das Übel der Welt.

Bofingers Begründung, ohne Bargeld könnten die Märkte für Schwarzarbeit und Drogen ausgetrocknet werden, ist bemerkenswert naiv. Drogen und Schwarzarbeit verschwinden nicht einfach, ob nun mit oder ohne Bargeld. Mir scheint, hier möchte jemand mit plakativen Hauruck-Vorschlägen in die Schlagzeilen. Bürger sollten die Wahlfreiheit zwischen Bargeld und elektronischem Geld behalten. Bargeld ist Ausdruck der Freiheit der Bürger, Geld selbst zu verwahren und zu zahlen, wann und wo man will. Elektronische Zahlungen dagegen werden immer elektronisch gespeichert. Dies ermöglicht Datenmissbrauch und Hackerangriffe. Bürger sollen nicht reglementiert werden, wie sie zu zahlen haben – Hauptsache sie zahlen!

Ein solcher Unsinn gehört zudem keineswegs wie von Bofinger gefordert auf die Agenda des kommenden G-7-Gipfels in Elmau. Die dort versammelten Wirtschaftsexperten und Verantwortungsträger sollten ihre Kompetenz lieber für seriöse Lösungen drängender Probleme der Weltwirtschaft nutzen – hiervon gibt es wahrlich mehr als genug.