Dass die Rente ist nicht mehr sicher ist, hat schon die Schröder/Fischerregierung in den 1990ern erkannt und die Deutschen dazu aufgerufen, über die gesetzliche Rente hinaus selbst für ihre Altersvorsorge zu sparen. Das gesparte Geld sollte mit Zins und Zinseszins dafür sorgen, den Lebensstandard auch im Alter aufrecht zu erhalten.

Die Deutschen sind diesem Aufruf vertrauensvoll und in großen Umfang gefolgt. Seit der Eurokrise werden sie dafür bestraft: Die Zinsen sind dank Eurorettung derart tief gesunken, dass sich der Aufwand für die Altersvorsorge verdoppelt hat. Wer im Jahre 2007 ca. 160 € im Monat sparen musste, um im Alter seinen Lebensstandard halten zu können, muss heute 360 € dafür aufwenden; wer vor der Eurokrise im Monat 560 € sparte und mit einer Rente von 2.200 € rechnen konnte, bekommt heute für die gleiche gesparte Summe nur noch eine Rente von 1.200 €.

Dramatisches Geschehen

Das ist ein dramatisches Geschehen – aber kaum jemand weiß davon! Weder die Regierung noch die Presse klären die Bürger über diese dramatische Verschlechterung der Altersvorsorge auf. Sie erfüllen ihre Verpflichtungen den Bürgern gegenüber nicht.

Laut einer Studie der deutschen Bundesbank müssen die deutschen Sparer durch die Niedrigzinspolitik jährlich 70 Milliarden € Verluste hinnehmen, seit 2010 also 350 Milliarden €. Das ist eine gewaltige Summe. Mehr Staatsschulden stehen in Griechenland, Irland, Portugal und Spanien kaum auf dem Spiel. Und das tragen allein die deutschen Sparer seit 5 Jahren an Verlusten. Auch das wird von niemandem thematisiert, schon gar nicht von der Bundesregierung, die die Bürger lieber mit Alternativlosrhetorik in die Irre führt.

Deutsche besonders betroffen

Die Schädigung der Sparer trifft Deutschland ganz besonders: Die Deutschen haben im internationalen Vergleich eine besonders hohe Sparquote, sie sparen durchschnittlich 10 % ihres Einkommens. Die EZB-Politik der niedrigen Zinsen richtet sich ganz klar gegen die Interessen der deutschen Sparer.

Während die Sparer durch die Niedrigzinspolitik verlieren, gewinnen die Finanzminister: Sie zahlen kaum noch Zinsen für ihre Schulden. Teilweise sind die Zinsen sogar negativ, sodass man Geld dafür bezahlen muss, um dem Staat Geld leihen zu dürfen. Es findet also eine große Umverteilung vom kleinen Sparer zum großen Staatssäckel statt.

Wie ist das mit dem Amtseid zu vereinbaren, das Wohl des deutschen Volkes zu mehren?