Die heutige EZB-Entscheidung ist nichts anderes als eine Kapitulationserklärung. Das Scheitern des Quantitative Easings ist nach einem Jahr extrem expansiver Geldpolitik offenkundig. Die erwünschten Wirkungen sind nicht eingetreten. Deshalb ist es falsch, mit gesteigertem Tempo fortzufahren. Die EZB und ihr Präsident sind vollkommen determiniert durch die verfehlte Architektur der Eurozone. Die grundsätzliche Wettbewerbs- und Investitionsschwäche kann Draghi niemals beheben, egal wie viel Geld noch gedruckt oder Strafzinsen erhoben werden.

Die heute beschlossene weitere Intensivierung der angeblich inflationstreibenden Maßnahmen ist außerstande, den gewünschten Erfolg zu bringen. Vertrauen, nicht Zinssätze und Anleihekäufe, ist das ultimative Instrument einer Zentralbank und ihres Bankensystems. Allein ein Blick nach Italien zeigt beispielhaft, wie es um dieses Fundament bestellt ist. Der Anteil an notleidenden Krediten am gesamten Kreditvolumen liegt derzeit bei ca. 17 %. Das ist doppelt so hoch wie zum Höhepunkt der Finanzkrise in den USA. Gleichzeitig haben, laut einer Umfrage des Instituts Demos, nur ca. 30 % aller Italiener überhaupt Vertrauen in die europäischen Institutionen.

Selbst politische Macht kann sich nicht ewig gegen den Markt stellen.