War die CDU noch in der letzten Woche auf Distanz zum früheren französischen Finanzminister Moscovici gegangen, so wählte sie ihn gestern Abend zum EU-Währungskommissar. Vergessen scheint alle Kritik daran, dass Moscovici die Regeln des Stabilitätspakts wiederholt missachtet hat. Dieser Kommissar hat keine Autorität, andere Länder zu stabiler Haushaltsführung anzuhalten und selbst Frau Merkel hat ihr Missfallen über seine Kandidatur geäußert. Dennoch hat die CDU ihn gestern Abend gewählt. Sozialdemokraten und Christdemokraten haben gehandelt wie auf einem Basar: Akzeptierst Du meinen schlechten Kandidaten, akzeptiere ich Deinen schlechten Kandidaten.

Das Nachsehen haben jetzt die Wähler und Steuerzahler, die eine schlechte Kommission bekommen werden.