Nach erneuten Bemerkungen von EZB-Präsident Draghi über eine künftig möglicherweise noch stärkere Geldmengenausweitung ist vor den damit verbundenen Risiken zu warnen. Eine Fortsetzung der Nullzinspolitik schädigt Sparer und Banken gleichermaßen. Dass Sparer kaum noch Zinsen auf Ersparnisse erhalten, ist wie eine 100%-Steuer auf Zinserträge. Unser hochverschuldeter Staat saniert sich hier auf Kosten der Sparer. Aber er tut dies nicht durch eine Steuer, die vom Parlament beschlossen wurde, sondern durch Beschlüsse der EZB, die keiner demokratischen Kontrolle unterliegen.

Auch Banken und Versicherungen entstehen durch die Nullzinspolitik wirtschaftliche Schäden. Viele Finanzprodukte, gerade im Bereich der Altersvorsorge, sind unter ganz anderen Zinsbedingungen abgeschlossen worden. Wie in den USA sollte die Nullzinspolitik jetzt beendet werden. Sie jetzt sogar noch über November 2016 hinaus fortsetzen zu wollen, schädigt die Finanzinstitute und die kapitalgedeckte Altersvorsorge. Auch hier trifft die EZB Entscheidungen mit gravierenden Auswirkungen, die von keinem Parlament geprüft oder gebilligt wurden.

Der Erhalt des Euros kostet uns nicht nur ständig mehr Geld, sondern auch die demokratische Kontrolle.