Einwand gemäß Artikel 105 Absatz 3 der Geschäftsordnung: Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds

[2018/2996(DEA)]

B8-0214/2019

Der Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds AMIF ist ein Finanzierungsinstrument zur Steuerung der Asyl-, Migrations- und Integrationspolitik auf EU-Ebene. Dieser Fonds gibt durchaus Anlass zu grundsätzlicher Kritik, will er doch trotz der Migrationskrise von 2015 unter anderem weiterhin die legale Migration nach Europa fördern. Im vorliegenden Falle geht es allerdings nicht um den Fonds als solchen, sondern um die Frage, ob ein AMIF ergänzender delegierter Rechtsakt der Kommission vom Europäischen Parlament genehmigt werden soll oder nicht. Der zuständige LIBE-Ausschuss plädiert dabei für eine Ablehnung, da er das im delegierten Rechtsakt enthaltene Konzept der so genannten kontrollierten Zentren in Frage stellt. Die Errichtung von kontrollierten Zentren wurde – nicht zuletzt ausgelöst durch den damaligen Koalitionsstreit der Bundesregierung – vom Europäischen Rat an dessen Sitzung vom 28./29. Juni 2018 in den so genannten Schlussfolgerungen festgeschrieben. Demzufolge soll durch die freiwillige Einrichtung von kontrollierten Zentren in einzelnen EU-Mitgliedstaaten eine rasche und gesicherte Abfertigung ermöglicht werden, die zwischen irregulären Migranten, die rückgeführt werden, und schutzwürdigen Personen unterscheidet. Auch wenn das Konzept der kontrollierten Zentren bislang in der Praxis nicht umgesetzt wurde, so gibt es keinen Grund, dieses grundsätzlich in Frage zu stellen. Entsprechend wende ich mich gegen das vorgeschlagene Veto des LIBE-Ausschusses.