Auf meine parlamentarische Anfrage vom 22. August erhielt ich diese Antwort:

E-006324/2014
Antwort der Hohen Vertreterin / Vizepräsidentin Ashton
im Namen der Kommission

(29.9.2014)

Der EU-Delegation in Nigeria sind Medienberichte bekannt, wonach einige der entführten Frauen Boko Haram entkommen konnten. Diese dürften allerdings zu den zahlreichen anderen Frauen gehören, die Boko Haram in  den letzten Jahren entführt hat, und nicht zu den entführten Mädchen von Chibok.

Uns ist nicht bekannt, dass Mädchen aus Chibok – mit Ausnahme derer, die schon zum Zeitpunkt ihrer Entführung entkommen konnten – geflohen sind oder freigelassen wurden. Wir glauben auch nicht, dass Mädchen aus Chibok ohne Berichterstattung durch die Medien oder zu dem von dem Herrn Abgeordneten genannten Lösegeld freigelassen worden wären.

Weder die EU noch ihre Mitgliedstaaten versuchen, die Mädchen freizukaufen. Die Zahlung von Lösegeld an terroristische Vereinigungen wird in der UN-Entschließung 2133 vom 27. Januar 2014, wonach terroristische Vereinigungen keine Lösegeldzahlungen und politischen Zugeständnisse erhalten sollten, ausdrücklich verurteilt. Die Zahlung von Lösegeld trägt zur Finanzierung terroristischer Tätigkeiten bei und schafft Anreize für weitere Entführungen.

Die EU-Delegation sowie einige EU-Mitgliedstaaten und Drittländer arbeiten eng mit den nigerianischen Behörden zusammen, um die Verbesserung der Sammlung von Informationen und die Beobachtung der Lage vor Ort zu unterstützen und die Ursachen für die Aufstände anzugehen.