Ergebnisse des Stresstests der EBA (27.09.2016)

Am 29. Juli hat die Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) die Ergebnisse des Stresstests 2016 vorgestellt. Diese Ergebnisse werden kritisiert in einer Studie der Professoren Viral V. Acharya (NYU, NBER und CEPR), Diane Pierret (Universität Lausanne) und Sascha Steffen (Universität Mannheim und ZEW), kurz APS.

Die Autorengruppe APS errechnet eine Unterkapitalisierung der systemischen Banken von 123 Mrd. EUR, wenn die „Tier 1 Leverage Ratio“ des amerikanischen CCAR-Stressteststandards angewendet wird. Sie errechnet eine Unterkapitalisierung von 640 Mrd. EUR, wenn eine systemische Krise auf der Basis von Marktwerten statt von Buchwerten simuliert wird. Demgegenüber ergibt der EBA-Stresstest lediglich eine Unterkapitalisierung von 5,6 Mrd. EUR. Während in den APS‑Simulationen eine Vielzahl von Banken unterkapitalisiert sind, darunter besonders besorgniserregend die Deutsche Bank und die Commerzbank, erscheint in dem EBA-Stresstest nur Monte dei Paschi di Siena als unterkapitalisiert.

  1. Betrachtet die Kommission bzw. der Rat bzw. die EZB die EBA-Stresstestergebnisse als die richtige und risikoadäquate Grundlage für regulatorische Entscheidungen?
  2. Falls ja: Aus welchen Gründen erscheinen die APS-Simulationen unangemessen und unbeachtlich?
  3. Falls nein: Welche Fehler oder Schwächen bemängelt die Kommission bzw. der Rat bzw. die EZB an den Stresstestergebnissen der EBA und welche Konsequenzen erwägt sie bzw. er daraus zu ziehen?

Joachim Starbatty, Bernd Lucke (ECR)