Interview mit dem MDR-Hörfunk (Beitrag inzwischen leider entfernt)

Griechenland ist völlig überschuldet, es ist unmöglich für das Land, diese Schulden zurückzuzahlen. Wenn jemand pleite ist, dann muss man das als Gläubiger akzeptieren, so unschön es ist. Dann muss man aber auch sagen: Griechenland hat es nicht geschafft, nach den Regeln der Wirtschaftsunion zu wirtschaften und disqualifiziert sich für die Währungsunion. Es sollte daher die Währungsunion verlassen, wenn es den Schuldenschnitt bekommt, den es braucht.

Griechenland sollte so viel an Schulden erlassen werden, bis es den Rest der Schulden wieder normal bedienen kann. Griechenland hat eine Schuldenstandsquote von 175 %, zulässig sind nach EU-Recht 60 %. Man müsste die Schulden Griechenlands auf 100 % reduzieren, damit die Schulden einigermaßen tragfähig sind, so wie es andere überschuldete Staaten der Eurozone auch noch schaffen.

Mit einem Schuldenschnitt und der Drachme würde Griechenland seine Schulden tragen können. Die eigene Währung könnte abwerten und das würde die griechischen Produkte international billiger machen. Die Griechen könnten mehr exportieren, die Beschäftigung, die Einkommen und die Steuereinnahmen würden steigen, mit denen das Land Zinsen zahlen und Tilgung leisten könnte.

Was haben wir davon, wenn die Griechen im Euro bleiben, welchen Vorteil haben wir davon? Wenn Griechenland im Euro bleibt, muss es erneut Kredite bekommen. Insofern ist es zu unserem Schaden, wenn Griechenland im Euro bleibt. Wir haben festgestellt, dass Griechenland es im Euro nicht schafft. Deshalb sollte man jetzt die Konsequenzen ziehen und die Griechen aus dem Euro entlassen.

Die Griechen werden nun mit ihren unrealistischen Forderungen auftreten, ihnen die Schulden zu erlassen, neue Kredite zu geben und im Euro zu belassen. Das ist inakzeptabel. Wahrscheinlich wird man ihnen die Schulden nicht erlassen. Ich fürchte, dass die Eurozonen sich breitschlagen lassen und neue Kredite nach Griechenland geben wird. Das bedeutet, dass der griechische Schuldenberg noch weiter ansteigen und es noch länger dauern wird, bis unsere Politiker begreifen, dass es auf diese Art und Weise nicht weiter gehen kann und dass Griechenland pleite ist und das Geld, das wir dem Land gegeben haben, verloren ist.