Sehr geehrter Herr Draghi, die „Maastricht-Kriterien“ wurden eingeführt, um die Zusammensetzung der Euro-Zone gemäß der Theorie optimaler Währungsräume zu sichern. Da diese Kriterien, insbesondere was Staatsverschuldung und -defizit der Mitgliedstaaten angeht, seit Jahren regelmäßig nicht eingehalten werden, ist offensichtlich, dass das Euro-Währungsgebiet eben kein optimaler Währungsraum ist. Damit ergibt sich auch, dass der Kurs des Euro nicht die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Mitgliedstaaten widerspiegelt. Auch die starken Ungleichgewichte in den Außenhandelsbilanzen belegen das. Daher stellen die Unterzeichner folgende Fragen:

Wenn die Wärungszone komplett aufgelöst werden würde, Um wie viel Prozent würden die Währungen voraussichtlich auf- bzw. abwerten? Insbesondere interessieren würden uns Ihre Ergebnisse für folgende Länder:

– Griechenland
– Zypern
– Portugal
– Spanien
– Italien
– Frankreich
– Deutschland
– Österreich
– Niederlande
– Finnland.

Spätestens durch den von Bundesfinanzminister Schäuble als möglich erachteten unfreiwilligen „Grexit“ sollte dieses Krisenszenario durchgespielt werden. Ist dies der Fall? Auf welchen Annahmen bauen Ihre Analysen auf? Vielen Dank für Ihre Antwort!

Anfrage zur schriftlichen Beantwortung Z-67/2015 an die Europäische Zentralbank
Artikel 131 der Geschäftsordnung
Joachim Starbatty, Hans-Olaf Henkel, Bernd Kölmel, Bernd Lucke, Marcus Pretzell, Beatrix von Storch, Ulrike Trebesius (ECR)

 

Antwort von Mario Draghi