Familien mit Kindern sind unsere Zukunft

Die Familie ist die Keimzelle unserer Gesellschaft und steht unter dem besonderen Schutz des Staates, denn in der Familie wird die nächste Generation der Gesellschaft sozialisiert, erzogen und gebildet. Der Staat ist also in der Pflicht, gedeihliche Rahmenbedingungen für junge Paare zu schaffen. Die etablierten Parteien haben es jedoch vernachlässigt, Kinder inmitten der Familie als gesellschaftliches Leitbild glaubwürdig und nachhaltig zu verankern. Die mehrfach vom Bundesverfassungsgericht geforderte Beendigung der Benachteiligung von Familien wurde bislang nicht umgesetzt.

Finanzielle und gesellschaftliche Gleichberechtigung und Teilhabe von Familien am gesellschaftlichen Leben muss wieder im Zentrum der Familienpolitik stehen. Die Liberal-Konservativen Reformer setzen sich für eine moderne Familienpolitik ein. Diese beruht auf einer verstärkten gesellschaftlichen Wertschätzung von Familien und der elterlichen Erziehungsleistung, der Beseitigung finanzieller Nachteile von Familien und auf der Verbesserung der Kinderbetreuung, damit Familie und Beruf besser vereinbar sind.

Wertschätzung der Familien

Die Beständigkeit und Stabilität des Staates wird in besonderem Maße durch Ehe und Familie gewährleistet. In der Familie wird die nächste Generation der Gesellschaft sozialisiert, erzogen und gebildet. Mütter und Väter verdienen unabhängig von ihrem Sozialstatus die Wertschätzung der Gesellschaft. Sie geben ihren Kindern Liebe und Geborgenheit. Sie übernehmen Verantwortung und stellen ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche hinter die der Kinder und der Familie. Die Liberal-Konservativen Reformer fordern, dass diese Leistung auch monetär, z.B. durch ein steuerliches Familiensplitting, gewürdigt wird.

Familien im 21. Jahrhundert

Familien sehen sich im 21. Jahrhundert erschwerten Bedingungen gegenüber. Die Anforderungen des Arbeitsmarktes, die erwünschte Mobilität, die hohen Lebenshaltungskosten sowie gesellschaftliche und finanzielle Benachteiligung von Familien stellen andere Ansprüche an Eltern als noch vor wenigen Jahren. Eine nachhaltige Gesellschaft beruht aber auch auf demographischer Stabilität. Ohne eine Überwindung des demographischen Rückgangs können Kranken-, Pflege und Rentenversicherung nicht in der bisherigen Form aufrechterhalten werden.

Erforderlich ist eine grundlegend andere Familienpolitik, die die Ursachen der Kinderarmut eliminiert. Familiensplitting, Wohnraumförderung, Verbesserung der Kinderbetreuung und neue Formen der Teilzeitarbeit sind Bausteine einer familiengerechten Politik.

  • Wahlfreiheit bei der Betreuung: Die Liberal-Konservativen Reformer setzen sich für faire Gleichbehandlung von Eltern ein, die zeitweise ihre Berufstätigkeit zurückstellen, um ihre Kinder selbst zu betreuen. Gesellschaftlichen Druck zur externen Betreuung lehnen wir ab, befürworten aber die Verbesserung der externen Kinderbetreuungsmöglichkeiten für alle, die sie in Anspruch nehmen wollen.Um die Wahlfreiheit zwischen elterlicher und externer Kindererziehung zu erhalten, sollen Eltern, die ihre Kinder tagsüber selbst betreuen, ein Betreuungsgeld erhalten können. Die Zahlung ist aber an die  Voraussetzung zu knüpfen, dass das betreuende Elternteil – ähnlich wie Betreuer in  Kindertagesstätten ‒ einen Schulabschluss an einer deutschen Schule erworben und eine Berufsausbildung abgeschlossen hat. Dadurch werden Mitnahmeeffekte ohnehin nicht erwerbstätiger  Eltern reduziert. Außerdem entstehen für bildungsferne oder der deutschen Sprache nicht mächtige Eltern keine Fehlanreize, ihrem Kind aus finanziellen Gründen den Besuch einer Betreuungseinrichtung und damit die Überwindung bestehender Benachteiligung zu versagen.
  • Familiensplitting: Frankreich ist eines der wenigen europäischen Länder, das eine bevölkerungserhaltende Geburtenrate aufweist. Eine wichtige Rolle spielt dabei das familiengerechte Steuer- und Sozialversicherungssystem, das verhindert, dass Kinder zum Armutsrisiko werden. Die Liberal-Konservativen Reformer fordern in Anlehnung an das französische Vorbild die Reduzierung der Steuerlast durch ein Familiensplitting, das die Anzahl der Familienmitglieder, die vom Gesamteinkommen der Familie leben, stärker als bisher berücksichtigt (siehe dazu das Kapitel zur Finanz und Steuerpolitik).
  • Kinderbetreuung: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist oft nicht in befriedigender Weise zu bewerkstelligen. Sie ist aber für viele junge Paare von zentraler Bedeutung für die Realisierung ihres Kinderwunsches, denn die (zeitweilige) Aufgabe der Berufstätigkeit bedeutet neben finanziellen Einbußen meist auch einen Karriereknick. Der Kinderwunsch wird verschoben – immer öfter endgültig.Es besteht immer noch ein gravierender Mangel an qualitativ hochwertigen Betreuungsmöglichkeiten für Klein- und Kindergartenkinder mit einem dem Alter des Kindes angemessenen Betreuungsschlüssel. Die Liberal-Konservativen Reformer setzen sich für ein breites Angebot an familien- und arbeitsplatznahen Betreuungsmöglichkeiten ein. Für Schulkinder muss die Betreuung an Nachmittagen und in den Ferien stark ausgebaut werden. Nachmittagsbetreuung sollte optional zu herkömmlichen Halbtagsklassen angeboten werden und vor allem der Erledigung der Hausaufgaben gewidmet sein, damit der Feierabend für Freizeit und Familie zur Verfügung steht.
  • Teilzeitarbeit und familienfreundlicher Betrieb: Da Vollzeitberufstätigkeit für erziehende Eltern in vielen Fällen nicht gewünscht oder realisierbar ist, soll das Angebot an Teilzeitarbeitsplätzen erhöht werden. Neben der Einrichtung von Teilzeitstellen, können Betriebe Familien z. B. auch mit  Betriebskindergärten unterstützen. Betriebe, die familienfreundliche Maßnahmen umsetzen, sollen durch angemessene Minderung der Steuerschuld unterstützt werden und ein Gütesiegel „Familienfreundlicher Betrieb“ erhalten.
  • Berufliche Nachqualifikation: Eltern, die zeitweise ihre Berufstätigkeit zu Gunsten von Kindererziehung zurückgestellt haben, sollen effiziente Weiterbildungs- und Wiedereingliederungsmaßnahmen in Anspruch nehmen können, die den Wiedereinstieg ins Berufsleben ‒ auch nach längerer Pause ‒ erleichtern.

Ehe- , Familien- und Erziehungsberatung

Familienleben ist nicht immer leicht. Finanzielle Sorgen oder schwierige Familienkonstellationen sind häufig die Ursache für ein zunehmend problematisches Ehe- und Familienleben. Ein Staat, der Ehe und Familie grundgesetzlich schützt, muss dies auch durch entsprechende Maßnahmen unterstützen.

Die Allianz für Fortschritt und Aufbruch will Ehe-, Familien- und Erziehungsberatungsangebote ausbauen und stärken. Es ist anzustreben, dass die Träger ein flächendeckendes Angebot bereitstellen, um möglichst niedrigschwellig und mit allenfalls kurzen Wartezeiten in Konfliktsituationen Hilfe anbieten zu können.

Die Liberal-Konservativen Reformer wollen das Leben des ungeborenen Kindes schützen. Deshalb sollen schwangere Frauen, die eine Abtreibung erwägen, nicht nur verstärkt über Alternativen aufgeklärt werden, sondern auch gezielte Unterstützungsangebote erhalten, etwa in Form von Krippenplätzen oder bei der Suche nach günstigem Wohnraum. Kaum eine werdende Mutter entscheidet sich gegen ihr Kind, wenn sie eine tragfähige Perspektive für ein Leben mit Kind realisieren kann.

 

Auszug aus dem Parteiprogramm der Liberal-Konservativen Reformer