Wir haben derzeit soviel Not und soviel Missbrauch, dass wir dringend neue Wege finden müssen, um einerseits den Schutzbedürftigen zu helfen und andererseits die Ausbreitung von Fremdenfeindlichkeit gegen Flüchtlinge zu verhindern. Mein Interview hierzu in der Huffington Post: „Nur wer Papiere hat, darf nach Deutschland“

Heute haben 75 Prozent der ‪Flüchtlinge keine Ausweise. Viele Menschen, die ihren Flüchtlingsstatus nur vortäuschen, vernichten ihre Ausweispapiere. Dann ist es schwer, sie abzuschieben. Ich wäre dafür, dass wir Menschen ohne Ausweise unverzüglich in ein sicheres Drittland außerhalb der EU bringen. Da können sie sich erst mal um ihre Papiere kümmern. Denn erst wenn jemand seine Identität nachweisen kann, kann man ja einen Asylantrag sinnvoll bearbeiten. Die EU sollte Abkommen mit Drittstaaten abschließen, die gegen finanzielle Entschädigung Asylbewerber vorläufig aufnehmen.

Staaten wie Ghana, Botswana oder Namibia, die politisch stabil sind, könnten doch mit der EU vereinbaren, dass sie alle Flüchtlinge aufnehmen, die wir ohne Papiere aufgreifen. Diese Staaten würden auch für einen allerdings begrenzten Zeitraum Unterkunft und Versorgung gewährleisten. Dafür bezahlen wir diese Staaten. Die Flüchtlinge können sich dann in einem sicheren Umfeld um ihre Ersatzpapiere kümmern.

Gewalttätige Übergriffe sind völlig inakzeptabel. Ich verurteile die Angriffe auf Flüchtlingsheime mit aller Entschiedenheit. Und ich halte auch nichts von friedlichen Demonstrationen vor Flüchtlingsheimen. Es gibt gravierende Probleme. Aber wenn man darauf aufmerksam machen will, soll man das gegenüber politischen Entscheidungsträgern tun. Und nicht gegenüber den Menschen, die überhaupt nichts dafür können.