Ich bin gegen einen Muezzinruf. Wir müssen doch nur unsere Gesetze anwenden: Öffentliche Beschallungen mit politischen oder religiösen Bekenntnissen sind im Allgemeinen nicht zulässig. Ausnahmen sind Demonstrationen oder einmalige Veranstaltungen, wo man eine Genehmigung braucht und dann auch in einem bestimmten Maße beschallen darf. Aber als Dauereinrichtung geht es nicht.

Dasselbe gilt übrigens für das Minarett: In Deutschland darf jeder Bauherr sein Gebäude mit so vielen Türmen und Türmchen verzieren, wie es ihm gefällt – solange das Baurecht die Bebauung nicht irgendwie einschränkt (z. B. wegen Denkmalschutz oder Stadtbild o. ä.). Muslime müssen sich an das Baurecht halten wie jeder andere auch und Gemeinden wiederum werden ein allgemeines Baurecht erlassen, das für jeden gilt und nicht gegen eine spezielle Religionsgemeinschaft gerichtet ist.

Nachsatz: Dass Kirchen zum Gottesdienst mit Glockengeläut rufen, ist kein religiöses Bekenntnis. Es ist eine traditionelle Form der Zeitansage aus Zeiten, in denen die meisten Bürger keine Uhr hatten. Ich bin sehr dafür, Traditionen zu wahren, zumal das Glockengeläut keinen speziellen religiösen Inhalt hat (anders als der Muezzinruf, der ein religiöses Bekenntnis ist). Ich würde auch jeder muslimischen oder jüdischen Gemeinde zugestehen, dass sie mit Glockengeläut zum Gottesdienst ruft.