Ich begrüße die Entscheidung der Eurogruppe, Griechenland aufgrund der Nichtumsetzung von vereinbarten Reformen bis auf Weiteres die Auszahlung von drei Milliarden Euro aus dem dritten Rettungspaket zu verweigern. Die Reformanstrengungen Griechenlands sehe ich jedoch grundsätzlich skeptisch.

Deutschland und Europa sind völlig in der Hand Griechenlands. Wenn das Geld nicht fließt, wird Griechenland in der Flüchtlingsfrage nicht kooperieren. Wir sind erpressbar geworden. Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten erleben, dass Griechenland erhebliche Lockerungen der Reformvereinbarungen fordern und auch durchsetzen wird. Das stellt die Verhältnisse auf den Kopf. Richtig wäre es, dass Griechenland nur dann Geld erhält, wenn es seinen Verpflichtungen nachkommt und die EU-Außengrenze schützt. Dieser Option hat man sich aber beraubt, solange Griechenland um jeden Preis in der Eurozone gehalten werden soll.