Die griechische Wirtschaftstragödie gibt den radikalen Kräften in Europa Auftrieb, Griechenland radikalisiert sich. Die aktuelle Besetzung des Finanzministeriums in Athen durch kommunistische Demonstranten belegt dies ebenso wie die Wahlerfolge der rechtsradikalen Partei Morgenröte. Die verfehlte Rettungspolitik ist demokratiefeindlich und zerstört die europäische Idee. Leider sind viele Forderungen der Kommunisten völlig verständlich und manche sogar berechtigt.  Das griechische Volk leidet seit fünf Jahren unter einer auf ganzer Linie fehlgeschlagenen Politik der EU, der EZB und des IWF.

Derweil hangelt sich Angela Merkel im Schuldenstreit von einem Gipfel zum nächsten ohne Ergebnis. Das Treffen mit dem griechischen und französischen Staatspräsidenten hat gezeigt, dass Berlin und Brüssel nicht fähig sind, aus der selbstverschuldeten Erpressbarkeit herauszugelangen. Man hat Griechenland einen Freibrief auf Erpressung erteilt, von dem Tsipras nun großzügig Gebrauch macht. Ich kann die unkooperative Haltung der griechischen Regierung sehr gut nachvollziehen, da es überhaupt keine Anreize gibt, die Eurozone zu verlassen.

Wir fordern schon seit langem, Griechenland geordnet aus der Eurozone austreten zu lassen und im Gegenzug einen teilweisen Schuldenerlass zu gewähren. Das ist der einzig gangbare Weg aus der Misere.