Die EU-Mitgliedsstaaten haben entschieden, Griechenland mit einem neuerlichen Rettungspaket in Form von vorbeugender Finanzhilfen auszustatten. Dieses neue Griechenlandpaket ist eine Blamage für die Bundesregierung. Vor wenigen Monaten wurde die angebliche Rückkehr Griechenlands an die Kapitalmärkte groß herausposaunt und jetzt muss die Bundesregierung eingestehen, dass Griechenland schon wieder die Puste ausgegangen ist. Griechenland hat noch nicht einmal alle Auflagen im jetzigen Programm erfüllt und soll nun ein drittes Hilfspaket erhalten. 2010 war beschlossen worden, dass Griechenland nicht länger als drei Jahre Hilfskredite erhalten sollte. Aber derartige Versprechungen haben in der Eurozone ein sehr kurzes Haltbarkeitsdatum.

Noch vor kurzem haben EU und Bundesregierung die Öffentlichkeit mit der nachweislich falschen Behauptung getäuscht, Griechenland habe im Jahr 2013 einen Primärüberschuss erzielt. Doch Griechenland kann nach wie vor nicht aus seinem Teufelskreis aus Überschuldung und mangelnder Wettbewerbsfähigkeit ausbrechen. Konsequenzen sind eine sich verfestigende Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit bei der griechischen Jugend und immer wieder neue Euro-Hilfsprogramme, wie das aktuelle Zehn-Milliarden-Paket beweise.

Die negative Reaktion der Investoren an den Börsen hat deutlich gezeigt, dass dies auch an den Märkten so gesehen wird. So lange die Bundesregierung an der verfehlten Eurorettungspolitik festhält, wird nur an den Symptomen kuriert – zum Schaden der griechischen Bürger und der europäischen Steuerzahler. Am Beispiel Griechenlands offenbart sich nach wie vor das gesamte Ausmaß der Tragödie der Eurorettungspolitik.