Nach Schätzung der Wissenschaftler vom Ifo-Institut belaufen sich die Kosten für die Flüchtlinge allein in diesem Jahr auf 21,1 Milliarden Euro. Da die Zahl der Flüchtlinge weiter steigt, sind für die kommenden Jahre noch höhere Kosten für Flüchtlinge zu erwarten.

Diese Zahlen können niemanden überraschen. Aber es ist gut, dass sie auf dem Tisch liegen. Selbstverständlich kostet die Hilfe für Flüchtlinge Geld. Und es ist richtig, dass Deutschland auf humanitäre Katastrophen wie die in Nahost mit großzügiger Hilfe reagiert.

Gleichwohl muss eine verantwortliche Regierung stets sicherstellen, dass sie auch finanziell die Kontrolle behält. Drei Fragen müssen dafür beantwortet werden. Erstens: Was kostet die Hilfe – nicht nur kurzfristig sondern auch unter Berücksichtigung der Folgekosten? Zweitens: Wie werden diese Kosten finanziert bzw. wie verteilt sich die Finanzierung auf Steuererhöhungen, Ausgabenkürzungen, zusätzliche Verschuldung und Zuschüsse der EU? Drittens: Wie zielgenau kommt die Hilfe den tatsächlich Bedürftigen zugute bzw. wieviel entfällt auf Wirtschaftsmigranten und auf Sickerverluste bei den Auftragnehmern des Staates?

Eine Teilantwort auf die erste Frage gibt nun die Wissenschaft. Die Abschätzung der Folgekosten fehlt noch. Hier und bei den anderen Fragen  ist die Bundesregierung in der Pflicht. Insbesondere sollte sie kurzfristig offenlegen, in welcher Höhe sie die Steuern erhöhen oder bisherige Ausgaben einsparen will.

Flüchtlingspolitik kann sich nicht auf wohlfeile Willkommenslyrik beschränken. Niemand bestreitet, dass Frau Merkel den Flüchtlingen menschlich und christlich entgegenkommen möchte. Aber eine deutsche Bundeskanzlerin kann es nicht dabei bewenden lassen. Sie muss ihrer Verantwortung gerecht werden und die Kontrolle behalten über unsere Grenzen, über unsere Finanzen und über die Entscheidungen ihres Innenministers.