Langfristige Einbeziehung der Aktionäre und Erklärung zur Unternehmensführung (Sergio Gaetano Cofferati, A8-0158/2015)

Hinter dem Cofferati Bericht verbirgt sich eine Direktive, die den Einfluss von Kleinanlegern in großen Aktiengesellschaften stärken und dabei für mehr Transparenz bei Eigentümerstrukturen insgesamt sorgen soll.  Der Berichterstatter hat als Vertreter der Sozialisten und Demokraten eine Vielzahl an Auskunftspflichten für institutionelle Investoren in den ursprünglich guten Text der Kommission aufgenommen. Um Wettbewerbsnachteile für in der EU ansässige Aktiengesellschaften zu vermeiden, hat die ECR deshalb den Bericht im Ausschuss abgelehnt. Kritische Passagen wurden im Trilog mit dem Europäischen Rat gestrichen oder entscheidend abgeschwächt. Da der Bericht einige wichtige Reformen zu Aktionärsrechten beinhaltet habe ich dem finalen Text zugestimmt.

Als Beispiel sei hier die Vergütung von Unternehmensvorständen angeführt: Durch die Direktive erhalten Anleger das Recht auf der Vollversammlung, über die Vergütung des Vorstandes abzustimmen. Es liegt dadurch an den Unternehmenseigentümern wie institutionellen Investoren, Privatanlegern und anderen Aktionären, eine angemessene Vergütung sicherzustellen und dabei das Risiko hoher Abfindungen trotz schlechter Manager-Performance zu begrenzen.