Seit 15 Jahren wissen wir: Die Qualität der Schulausbildung weist massive Unterschiede zwischen den deutschen Bundesländern auf. Dieser Sachverhalt ist ein Skandal – eine grobe Benachteiligung von Schülern, die das Pech haben, im falschen Bundesland zur Schule zu gehen.

Schuld tragen die Kultusminister der Länder. Und seit 15 Jahren verhindern diese Kultusminister, dass irgendjemand anders als sie selbst tätig wird, um die Benachteiligungen abzubauen.

Sie erlassen die Lehrpläne und die Schulen sind gezwungen, den Lehrplänen ihres Kultusministers zu folgen. Mein Vorschlag ist: Diesen Zwang heben wir künftig auf. Jede Schule soll sich künftig frei für den Lehrplan eines beliebigen Bundeslandes entscheiden dürfen. 

Was wären die Folgen einer solchen Liberalisierung und Stärkung des Wettbewerbs? Zunächst einmal würde sich wohl kaum eine Schule für Lehrpläne eines Bundeslandes entscheiden, das schlechtere schulische Resultate liefert. Kein Lehrerkollegium könnte dies vernünftig begründen und die Elternschaft würde sicherlich Sturm dagegen laufen. Also bleibt man bei den Lehrplänen des eigenen Landes oder man entscheidet sich für die eines Bundeslandes, dessen Schulen besser sind.

Es kann freilich für manchen Kultusminister peinlich werden, wenn die eigenen Schulen fremde Unterrichtsmodelle für besser halten. Damit das Kultusministerium derart unbotmäßige Schulen nicht mit unterdurchschnittlicher Lehrerausstattung bestraft, muss die Wahlfreiheit der Schulen noch mit einem zweiten Element abgesichert werden: Eine Schule, die nach den Lehrplänen eines anderen Bundeslandes unterrichten will, muss auch die Lehrerausstattung erhalten, die dort für Schulen dieses Typs üblich ist.