Angela Merkel sollte Griechenland nach fünf Jahren Krise endlich in eine geordnete Staateninsolvenz schicken. Die Auswirkungen eines Zahlungsausfalls auf den Finanzsektor und die Beschäftigung lassensich mittlerweile steuern; unter anderem deswegen, weil es mittlerweile die Bankenunion gibt. Lucke hoffe sehr, dass die EU und die Bundesregierung sich hinter verschlossenen Türen darauf vorbereitet hätten.

Mit Unwillen betrachtet der AfD-Vorsitzende, der derzeit gegen den Zerfall seiner Partei kämpft, auch Pläne für eine weitere Vertiefung der fiskalischen und politischen Integration in der Eurozone, die Merkel zusammen mit dem französischen Präsidenten François Hollande ausgearbeitet hat. Damit wollen die beiden auf dem EU-Gipfel Ende Juni Forderungen des britischen Premierministers David Cameron entgegentreten, der in Brüssel eine Rückübertragung von Zuständigkeiten auf die Mitgliedstaaten aushandeln will.

„Die Briten sind diejenigen, die in der EU am stärksten auf Dezentralisierung und eine leistungsfähige Marktwirtschaft Wert legen“, sagte Lucke. Sie stünden dafür, dass Europa „schlanker“ werde, während andere Länder die EU in die falsche Richtung drängten – hin zu einem zentralstaatlichen Bund, der von Überregulierung und Verstößen gegen das Subsidiaritätsprinzip gekennzeichnet sei. „Die ohnehin schiefe Balance würde nachhaltig geschädigt, wenn Großbritannien plötzlich fehlen würde.“

Mehr zur Insolvenz für Griechenland sowie zum Merkel/Holland-Papier, zur Rolle Englands in der EU und zu Investitionsruinen in Spanien im heutigen FAZ-Artikel