Jetzt werden die Unternehmer gescholten. Dass so wenig Flüchtlinge bislang einen Arbeitsplatz fanden, sei „beschämend“, meint Frau Klöckner. Beschämend ist aber eher die Hilflosigkeit der Bundesregierung. Sind denn die Unternehmer daran schuld, dass die meisten Flüchtlinge (und Zuwanderer) den Arbeitsmarktanforderungen eines modernen Industrielandes nicht gerecht werden? Frau Merkel hat 2015 die Schleusen geöffnet, obwohl jedem klar sein musste, dass die Integration der Flüchtlinge eine Herkulesaufgabe sein würde. Nun werden die Unternehmen zum „Flüchtlingsgipfel“ ins Kanzleramt zitiert, weil das Kanzleramt nicht weiter weiß. Sprich: Die Unternehmen werden jetzt zumindest teilweise ausbaden müssen, was die Kanzlerin verbockt hat. Denn nächstes Jahr sind Bundestagswahlen und da soll der Steuerzahler vorgespiegelt bekommen, dass doch nicht alles an ihm hängen bleibt.  Aber wie man es auch dreht: Frau Merkel hat bestellt, zahlen müssen die anderen.

Übrigens: Es ist natürlich richtig, die Beschäftigung der Flüchtlinge zu fördern. Aber wir dürfen dabei auch nicht die eigenen Arbeitssuchenden aus den Augen verlieren, die Berufsanfänger, die geringqualifizierten Langzeitarbeitslosen, die teilzeitsuchenden Mütter. Auch über diese müsste auf dem Gipfel gesprochen werden.

Und es müsste darüber gesprochen werden, dass wir den berechtigten Flüchtlingen helfen wollen, dass aber all jene in ihre Heimatländer zurückkehren müssen, die sich als unberechtigte Wirtschaftsmigranten in die große Flüchtlingswelle gemischt haben. Sehr deutlich und sehr richtig hat dies der frühere SPD-Fraktionsvorsitzende in der Volkskammer, Prof. Richard Schröder, in der FAZ ausgeführt.