Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in ihrer Rede im Europäischen Parlament in Straßburg Hilflosigkeit gezeigt. Als Bundeskanzlerin muss man mehr zu bieten haben, als das Ende der Bürgerkriege in Syrien und des Machtvakuums in Libyen zu fordern. Das sind fromme Hoffnungen. Sie lösen die realen Probleme nicht. Jeder weiß, dass die EU-Diplomatie in Nahost keinen Frieden erwirken kann.

Um die deutsch-französische Freundschaft ist es schlecht bestellt. Merkel und Hollande treten zwar gemeinsam auf, aber sie reden nicht mit einer Stimme. Hollande verlangt Festigkeit und eine Sicherung der Außengrenzen. Er ist klar gegen eine allgemeine Willkommenskultur.

Humanitäre Hilfe ist wichtig und richtig. Aber Deutschland hat die Kontrolle über die Lage völlig verloren. Es ist richtig, großzügig zu helfen, aber deshalb dürfen wir uns noch lange nicht überrennen lassen. Deutschland muss selbst entscheiden können, wem und wo es Hilfe leistet. Als Bundeskanzlerin muss man Menschlichkeit und Realitätssinn gleichermaßen zeigen. Letzterer aber fehlt Frau Merkel vollständig.

Das spürt auch die Basis der CDU, was die Kritik zeigt, die CDU-Kommunalpolitiker in einem offenen Brief an Frau Merkel geübt haben. Frau Merkel lässt sich in jeder Krise nur treiben, egal ob beim Euro, bei Fukushima oder jetzt in der Flüchtlingskrise. CDU-Politiker, die damit unzufrieden sind, sind herzlich eingeladen, sich der Allianz für Fortschritt und Aufbruch anzuschließen.