Der massive Aufkauf europäischer Staatsanleihen durch die EZB zeigt seine verheerende Wirkung: Deutsche 10-jährige Staatsanleihen erbringen heute zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine Minus-Rendite, kosten die Anleger also Geld. Damit ist diese sichere Anlageform gestorben. Wer heute sparen will, ist gezwungen, sich riskante Anlageformen zu suchen. Das sind die Folgen der verantwortungslosen Euro-Politik in der EU und Deutschland!

Die Minus-Rendite der 10-Jährigen Staatsanleihen in Deutschland ist aber nur die Spitze des Eisbergs: Rund die Hälfte aller europäischen Staatsanleihen und ca. 80% der deutschen Wertpapiere erbringen heute negative Zinsen. Eine historische Absurdität angesichts der Schuldenstände der Euro-Länder. Das Ziel dieser Politik, nämlich die Inflation anzutreiben, wurde jedoch nicht erreicht.

Vielmehr nimmt die Politik der EZB den notwendigen Reformdruck von Krisenländern. Diese Länder können nur durch Strukturreformen und die Sanierung ihrer maroden Banken wieder zu echtem Wirtschaftswachstum kommen. Mit der EZB-Politik hingegen können die sozialdemokratischen und sozialistischen Regierungen die Wähler mit sozialpolitischen Versprechen ködern. Das ist der falsche Weg.

Die harschen Reaktionen in Frankreich auf die Arbeitsmarktreformen der Hollande-Regierung zeigen, dass die EZB eine ganz Politik verfolgen müsste: eine Geldpolitik, die reform-unterstützend wirkt, indem sie den Druck des Marktes aufrechterhält und nicht etwa suggeriert, es gebe einen Verteilungsspielraum.

Draghis „whatever it takes“ war der Schmelzpunkt in dieser Geldpolitik: die Selbstermächtigung der EZB zur Rettung einer fehlkonstruierten, politischen gedachten Währung.