Parlamentarische Anfragen
22. August 2014
E-006324-14

Anfrage zur schriftlichen Beantwortung
an die Kommission
Artikel 130 der Geschäftsordnung
Bernd Lucke (ECR)

Betrifft:  Entschließung des Europäischen Parlaments zu Nigeria und den jüngsten Angriffen von Boko Haram (2014/2729 (RSP))

Zum Schicksal der von Boko Haram in Nigeria entführten Mädchen liegt mir eine Information des Vereins Serubabel e. V. (z. Hd. Frau Regine Möbius, Am Gerätehaus 3, 24644 Krogaspe, Tel. +49-4392-5190) vor, nach der dieser Verein bis zum 6. Juli 2014 79 Mädchen freigekauft habe und bis zum 11. August 2014 85 Mädchen habe freikaufen können. Pro Mädchen sei ein Lösegeld von zwischen 400 EUR und 450 EUR über einen afrikanischen Prediger gezahlt worden, der sich selbst in der Gefangenschaft von Boko Haram befinde. Die Mädchen seien jeweils zu zweit in ihre Heimat zurückgeschickt worden, und ihre Ankunft in ihrer Heimat sei von dort jeweils bestätigt worden.

Ist der Kommission oder dem Rat oder Hohen Vertreterin etwas darüber bekannt, dass von Boko Haram entführte Mädchen gegen Zahlung eines Lösegeldes wieder freigekommen sind, und gibt es gegebenenfalls Informationen über die Anzahl der erfolgreich freigekauften Mädchen und/oder über die Höhe des bislang gezahlten Lösegeldes?

Ist überdies bekannt, welche Personen oder Organisationen Lösegeldzahlungen leisten, und zählt der Verein Serubabel dazu?

Versucht die Europäische Union oder versucht ein Mitgliedstaat der EU in irgendeiner Form, direkt oder indirekt, die Mädchen aus der Gefangenschaft freizukaufen, falls nein, warum nicht?