Target-2-Salden bei Auflösung der gemeinsamen Währung (06.02.2017)

Sehr geehrter Herr Draghi,

in Ihrer Antwort auf die Question for written answer Z-000120/2016 an Marco Zanni (EFDD) und Marco Valli (EFDD) schließen Sie mit den Worten:

„If a country were to leave the Eurosystem, its national central bank’s claims on or liabilities to the ECB would need to be settled in full.“

  1. Bedeutet dies, dass die Deutsche Bundesbank im Falle eines Euro-Austritts Deutschlands einen Rechtsanspruch gegen die Europäische Zentralbank auf Ausgleich ihrer Target-2-Forderung von derzeit ca. 750 Mrd Euro hat?
  2. Wären die Forderungen der Deutschen Bundesbank mit dem Zeitpunkt des Ausscheidens aus dem EZB-System unmittelbar fällig bzw. was wäre der Zeitpunkt der Fälligkeit und aus welchen Gründen ergibt sich ggf. ein abweichender Fälligkeitszeitpunkt?
  3. Wenn die Target-2-Salden im Zuge eines Austritts ohnehin ausgeglichen werden, was spricht dagegen, den Saldenausgleich auch in der jetzigen Zusammensetzung des EZB-Systems regelmäßig (beispielsweise jährlich) vorzunehmen, indem entsprechende Vermögensumschichtungen zwischen der EZB und ihren nationalen Zentralbanken vorgenommen und – soweit die Vermögensübertragung nicht sofort vorgenommen wird – durch sofort vollstreckbare Titel besichert werden?

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Lucke, MdEP