Tierschutz ist eine wichtige Angelegenheit. Ein Teil des Tierschutzes betrifft Mindestanforderungen bei der Haltung von Nutztieren. Im Binnenmarkt der EU sollten alle Länder dieselben Mindestanforderungen erfüllen müssen, damit konkurrierende Unternehmen sich nicht beliebig im Tierschutz unterbieten können. Denn Tiere haben keine Rechte, es sei denn, wir fordern sie für sie ein.

Werfen wir einen Blick auf ein Nischenprodukt: In der EU werden jährlich rund 350 Millionen Kaninchen geschlachtet. In der industriellen Massenmästung dominiert die Käfighaltung. Teilweise werden die Tiere auf so engem Raum zusammengepfercht, dass ihr kurzes Leben von Verletzungen und Schmerzen gezeichnet ist.

Um dies zu verhindern, gibt es In Deutschland und einigen anderen EU-Staaten gesetzliche Mindestanforderungen an die Haltungsbedingungen.

EU hat Schlachtkaninchen vergessen

Aber es gibt keine einheitlichen Mindestanforderungen der EU, weil die EU die Schlachtkaninchen schlicht vergessen hat, als sie die Mindesthaltungsbedingungen für Nutztiere wie Rinder, Legehennen, Puten oder Mastschweine gesetzlich festgelegt hat. Und deshalb gibt es in anderen EU-Staaten Kaninchenmäster, die das Tierwohl wenig schert, solange sie Kaninchen zu unschlagbar günstigen Preisen produzieren können.

Die Allianz für Fortschritt und Aufbruch ist für eine Reform der EU, bei der sich die EU auf ihre Kernkompetenzen beschränkt. Zu diesen Kernkompetenzen gehören die Wettbewerbsregeln für den Binnenmarkt. Zu den Wettbewerbsregeln für Nutztierhalter gehört, dass bestimmte Mindeststandards in der Tierhaltung nicht unterboten werden dürfen. Auch nicht für „Nischenprodukte“ wie 350 Millionen Kaninchen. Hier gibt es EU-weiten Regelungsbedarf – im Interesse fairen Wettbewerbs und im Interesse des Tierwohls.

 

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