Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt

Bericht:  Frédérique Ries (A8-0317/2018)

Bericht über den Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über die Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt

[COM(2018)0340 – C8-0218/2018 – 2018/0172(COD)]

Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Der Bericht „Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt“ soll der Reduzierung von Plastikmüll an Stränden und in Meeren dienen. Auch im Trilogs-Kompromiss werden trotz des lobenswerten Ziels leider die falschen Prioritäten gesetzt.

Der Gesetzesvorschlag listet die zehn meistvorgefundenen Plastikabfälle auf. Vermutlich nach Protest diverser Industrien wurden immer mehr Plastikartikel einfach von der Liste gestrichen, sodass sich in dem aktuellen Parlamentstext unter den Top 10 z. B. Ballonstöcke befinden. Ernsthaft? Sollen Ballonstöcke umweltschädlicher sein als all das Plastik, das wir tagtäglich im Supermarkt kaufen und in Tüten verpacken? Als die Unmengen Verpackungsmüll?

Nach Angaben der Datenbank der Konvention für den Schutz der Meere beträgt die Plastikverschmutzung der Ballonindustrie in ganz Europa pro Jahr fünf Kilo. Das sind 0,000002 Prozent der produzierten Ballons. Weil sich das Europäische Parlament an die großen Verursacher von Plastikmüll nicht herantraut, trifft es jetzt halt die Ballons. Das ist „durchdachte“ und „nachhaltige“ Politik made in Brüssel, die ich allerdings so nicht unterstützen kann.