Es gibt islamistisches Gedankengut, das Gewalt verherrlicht, Frauen diskriminiert und unser Rechtssystem in Frage stellt. Wenn Bürger dagegen aufbegehren, ist das gut und richtig. Ein Missgriff ist hingegen der Name Pegida, unter dem man sich auch plumpe Islamfeindlichkeit vorstellen kann. Das wäre für mich inakzeptabel. Man muss hoffen, dass Pegida nicht für solche Zwecke missbraucht wird.

Ich sehe gesellschaftliche Entwicklungen mit muslimischem Hintergrund, etwa die Verachtung von Bildung, die sich unter vielen Hauptschülern breitgemacht hat. Das hat auch mit der ganz anderen Bildungstradition vieler muslimischer Einwanderern zu tun.

Ich bestreite nicht, dass es auch viele kluge und bildungsbeflissene Muslime gibt. Tugce war Studentin und wurde das Opfer sinnloser, frauenverachtender Gewalt. Deshalb sollten wir etwas gegen Gewaltbereitschaft und Macho-Gehabe bei Jugendlichen tun und in diesem Zusammenhang müssen wir sicherlich auch über die Geringschätzung der Frau im traditionellen Islam reden.

Es gibt muslimische Mädchen und Frauen in Deutschland, denen Freiheit, Würde und Gleichberechtigung verwehrt wird. Das rührt aus religiösen Traditionen und deshalb muss man den richtigen Zungenschlag finden, aber man kann nicht sagen, wir sprechen diese Probleme einfach nicht an. Das Zusammenleben wird nicht besser, wenn man sich vor den Problemen wegduckt.

In der Tragödie in Syrien und Irak gibt es inzwischen Millionen von Flüchtlingen. Viele haben weder Sprachkenntnisse noch eine Berufsausbildung. Wie wollen wir ihnen in einem Industrieland eine Zukunft bieten? Ich glaube, dass diese Flüchtlinge überwiegend in anderen arabischen Staaten integriert werden sollten, wo man ihre Sprache spricht und die Kultur ähnlich ist. Deutschland und andere reiche Länder sollten das finanziell großzügig fördern, damit die Flüchtlinge wirklich eingegliedert werden und nicht einfach in Lagern weggesperrt werden wie man es mit den aus Israel geflüchteten Palästinensern getan hat.

Das Interview auf bz-berlin.de