Das politische Anliegen der AfD ist es, dem griechischen Volk die Befreiung vom Euro zu ermöglichen und gleichzeitig die deutschen und europäischen Steuerzahler vor weiteren Milliardenverlusten in Griechenland zu schützen. Weder die griechische Regierung noch andere Regierungen der Eurozone werden diesem Anliegen in irgendeiner Weise gerecht. Die AfD missbilligt die Politik von Syriza und Anel ebenso wie die von Juncker, Schäuble und Dijsselbloem.

Wir dürfen deshalb nicht durch kurzatmigen Aktionismus den Eindruck erwecken, als solidarisierten wir uns mit Positionen der griechischen Regierung. Fakt ist, dass die griechischen Regierungsparteien Syriza und Anel eine Politik verfolgen, die deutschen Interessen und den Auffassungen der AfD völlig zuwider läuft:

1. Sowohl Syriza als auch Anel wollen unter allen Umständen im Euro bleiben. Das erfordert weitere Rettungsprogramme zu Lasten europäischer Steuerzahler und verlängert die wirtschaftliche Misere in Griechenland mit seinen desaströsen Auswirkungen auf Rentner, Arbeitslose und insbesondere Jugendarbeitslose. Es ist das Gegenteil von dem, was die AfD will.

2. Sowohl Syriza als auch Anel begründen deutsche Zahlungsverpflichtungen gegenüber Griechenland mit Reparationsforderungen gegenüber Deutschland. Sie tun das ungeniert und immer wieder, obwohl zumindest Syriza selbst eingestanden hat, dass kein juristischer Anspruch existiert und wohl auch historisch zweifelhaft ist, ob es jemals die oft zitierte Zwangsanleihe gegeben hat. Auch Reparationsforderungen sind das Gegenteil von dem, was die AfD will und deshalb kann die AfD sich nicht – etwa durch einen Besuch bei der griechischen Regierung – mit den Verhandlungspositionen der griechischen Regierung solidarisieren.

3. Der Chef der Partei Anel, Panos Kammenos, hat Deutschland mit der Drohung erpresst, ungeprüft Flüchtlinge, illegale Einwanderer und sogar islamistische Terroristen nach Deutschland reisen zu lassen. Vertreter von Syriza haben in den letzten Tagen ebenfalls eine Angst- und Drohkulisse vor einem Grexit aufgebaut, die alles überbietet, was Frau Merkel in dieser Hinsicht schon sagte, um deutsche Wähler gefügig zu machen.

Angesichts der Konfrontation zwischen Eurozone und griechischer Regierung würde ein Besuch in Griechenland derzeit wie eine einseitige Parteinahme zugunsten der griechischen Regierung wirken. Die griechische Regierung arbeitet gezielt gegen deutsche Interessen und deshalb können wir nicht Syriza und Anel bei einem Besuch demonstrativ die Hand reichen, ohne die deutschen Wähler vor den Kopf zu stoßen. Das politische Signal eines solchen Handschlags ist falsch und für die AfD schädlich. Das zeigt sich bereits daran, dass die griechische Seite durch plötzliche Absagen brüskiert.