Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise wurden verschiedene Initiativen in die Wege geleitet, um die Finanzierungsmöglichkeiten für KMU in der EU zu verbessern. Damit KMU einen leichteren Zugang zu Bankkrediten haben, enthalten die Eigenmittelverordnung (CRR) und die Eigenkapitalrichtlinie (CRD IV) beispielsweise einen Korrekturfaktor, um die Eigenmittelanforderungen für das Kreditrisiko von Forderungen an KMU zu senken. Mit anderen Maßnahmen, wie etwa einem speziellen EU-Pass für Fondsmanager, die in KMU investieren, soll das Vertrauen von Investoren in KMU gestärkt werden. Die Kommission hat vor Kurzem einen Aktionsplan für eine Kapitalmarktunion vorgestellt, in dem mögliche Lösungen für die Kreditklemme, an der KMU in Europa leiden, dargelegt werden.

Kann die Kommission dazu folgende Fragen beantworten:

1. Beabsichtigt die Kommission, die Auswirkungen der Finanzmarktvorschriften der EU auf den Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten für KMU und für Banken (insbesondere für lokale und regionale Banken, die für die Finanzierung von KMU nach wie vor unerlässlich sind) gründlich zu prüfen, um unnötigen Verwaltungsaufwand zu verringern, der durch möglicherweise widersprüchliche oder überflüssige Bestimmungen entsteht?

2. Wie beurteilt die Kommission die möglichen, sich aus den Finanzmarktvorschriften ergebenden Vorteile – wie etwa der Korrekturfaktor, der mit der Eigenmittelverordnung und der Eigenkapitalrichtlinie eingeführt wurde – die darauf abzielen, den Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten für KMU zu verbessern, und wie beabsichtigt die Kommission, alternative Formen der Kreditvergabe wie etwa Risikokapital und innovative Formen der Unternehmensfinanzierung zu stärken?

3. Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht hat im Dezember 2014 seinen Entwurf für die Überarbeitung des Kreditrisikostandardansatzes vorgestellt. Wie beurteilt die Kommission den Vorschlag des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht?

Anfrage zur mündlichen Beantwortung an die Kommission
Artikel 128 der Geschäftsordnung
Burkhard Balz, Michał Boni, Lara Comi, Markus Ferber, Francesc Gambús, Françoise Grossetête, Philippe Juvin, Othmar Karas, Krišjānis Kariņš, Janusz Lewandowski, Miroslav Mikolášik, Eva Paunova, Salvatore Domenico Pogliese, Paul Rübig, Tokia Saïfi, Massimiliano Salini, Anne Sander, Andreas Schwab, Maria Spyraki, Ivan Štefanec, Adam Szejnfeld, Antonio Tajani, Róża Gräfin von Thun und Hohenstein, Markus Pieper, im Namen der PPE-Fraktion
Dan Nica, Patrizia Toia, im Namen der S&D-Fraktion
Andrew Lewer, Sander Loones, Bernd Lucke, Beatrix von Storch, Kay Swinburne, Anneleen Van Bossuyt, im Namen der ECR-Fraktion
Philippe De Backer, im Namen der ALDE-Fraktion