Liebe Mitglieder und Förderer der AfD,

heute vor zwei Jahren wurde die Alternative für Deutschland gegründet. Im kleinen Kreis von Sprecherrat und Landesbeauftragten der Wahlalternative 2013 trafen wir uns in Oberursel und hoben unsere Partei aus der Taufe. Kaum 20  Gründungsmitglieder waren wir damals – heute blicken wir voll stolz auf eine Partei mit über 20.000 Mitgliedern.

In der Zwischenzeit haben wir Niederlagen erlitten, aber insbesondere auch große Erfolge gefeiert. Trotz vieler Schwierigkeiten steht die AfD heute stabil im deutschen Parteiengefüge. Bundesweit sehen uns Meinungsumfragen derzeit bei zwischen sechs und sieben Prozent und die Umfragen für Hamburg sehen uns klar in der Bürgerschaft. Das ist eine gute Basis, aber es ist gleichzeitig Herausforderung für uns, noch besser zu werden. Um dies zu erreichen, müssen wir mit unseren Inhalten überzeugen. Deshalb wollen wir im Jahr 2015 unser erstes grundlegendes Parteiprogramm erarbeiten,  das die existierenden Wahlprogramme und politischen Leitlinien fortsetzt und verbreitert.

Denn die AfD vertritt wichtige Anliegen der gesamten Bevölkerung:

  • die Auflösung des Euros zugunsten nationaler Währungen oder kleinerer Währungsverbünde,
  • die Stärkung der direkten Demokratie,
  • eine Familienpolitik, die diesen Namen verdient,
  • eine geordnete Zuwanderungspolitik, die sich an Bildung, Berufserfahrung und Sprachkentnissen, mithin an der Integrationsfähigkeit der Zuwanderer orientiert,
  • eine Wirtschaftspolitik der sozialen Marktwirtschaft, die insbesondere dem Mittelstand die unternehmerische Freiheit zurückgibt und zugleich die Alten, die Schwachen und die Familien mit Kindern stützt,
  • eine differenzierte und leistungsfördernde Bildungspolitik
  • und nicht zuletzt eine Politik der Inneren Sicherheit, die gewährleistet, dass jeder sich auf die Durchsetzung des Rechts verlassen kann.

Dieser Katalog unserer Themen ist nicht erschöpfend und in einigen Bereichen, wie z. B. der Gesundheitspolitik, der Arbeitsmarktpolitik, der Verkehrspolitik und dem Verbraucherschutz liegt noch viel inhaltlich-programmatische Arbeit vor uns. Aber die Aufzählung zeigt, dass unsere politischen Themen aus der Mitte der Gesellschaft stammen. Was wir zu sagen haben, betrifft jeden Bürger – und genau darin liegt die Chance der AfD, von einer kleinen zu einer großen Volkspartei zu werden.

Die politischen Ränder können wir getrost irgendwelchen Kleinstparteien überlassen – auf diesem Feld haben sich schon viele vergeblich abgestrampelt. Unsere Zukunft liegt bei den Themen, die die Masse der Bürger betrifft. Unsere Chance besteht darin, dass die Altparteien diese Themen vernachlässigen, Probleme bagatellisieren und sich der Diskussion über Lösungen verweigern. Deshalb brauchen wir eine Alternative für Deutschland.

Auf dem Bundesparteitag in Bremen haben wir uns mit einem dieser großen Themenkomplexe befasst, der von den demographischen Fehlentwicklungen über die Belastungen junger Familien bis hin zu Fragen der Renten- und Steuerpolitik reicht. Die Vorträge der geladenen Experten finden Sie, soweit bereits verfügbar, hier. Die Ernsthaftigkeit der Fragestellungen, das Interesse der Versammlung und die Seriosität der anschließenden Diskussionen hat teilweise sogar die uns sonst so oft ablehnend gegenüberstehenden Medien beeindruckt. Die FAZ schrieb dazu: „Die AfD schafft es so zumindest über Stunden, sich als seriöseste Partei Deutschlands zu präsentieren.“

Wir alle müssen durch unsere politische Arbeit dazu beitragen, dass dies das künftige Bild der AfD ist. Wer uns in die Schmuddelecke zu schieben versucht, muss sich der Lächerlichkeit aussetzen, weil es offenbar ist, dass bei uns zentrale Probleme unserer Gesellschaft sachlich analysiert werden, dass unsere Mitglieder ernsthaft diskutieren, unterschiedliche Aspekte abwägen und konstruktive Lösungen erarbeiten.

Dazu will auch ich gerne meinen Teil beitragen. Im April steht die Neuwahl des Bundesvorstands an und ich bin insbesondere von der Presse wiederholt gefragt worden, ob ich erneut kandidiere. Der heutige zweite Geburtstag der AfD ist ein guter Tag, um diese Frage zu beantworten, und Sie, die Mitglieder und Förderer, sollen als erste darüber informiert werden: Ja, ich möchte für die AfD auch in den kommenden zwei Jahren als Bundessprecher tätig sein. Wir haben als AfD zwei erfolgreiche Jahre hinter uns. Die nächsten zwei Jahre entscheiden darüber, ob wir 2017 in den Bundestag einziehen werden. Ich will alle meine Arbeitskraft auf dieses Ziel verwenden und würde mich freuen, wenn Sie mich auch in den kommenden zwei Jahren unterstützen und mir Ihr Vertrauen schenken würden.

Liebe Freunde,
lassen Sie mich abschließend sagen, dass der Erfolg der AfD nicht möglich gewesen wäre ohne den unglaublich engagierten Einsatz unserer Mitglieder. Für das, was Sie in den vergangenen zwei Jahren geleistet haben, sei Ihnen herzlicher Dank! Bitte bewahren Sie sich dieses Engagement und diese Opferbereitschaft auch für die Zukunft. Wer jetzt zu Flügelkämpfen aufruft, untergräbt die eigentliche Stärke unserer Partei: Gemeinsam einzustehen für unsere politischen Ziele! Wir haben genug Gegner außerhalb der Partei. Im Inneren sollten wir zusammenstehen, um unsere gesamte Kraft für die politische Wende einzusetzen, die unser Land und unsere Kinder brauchen.

Ihr
Bernd Lucke