Die SPD stellt das Gutachten der Wirtschaftsweisen und indirekt deren Existenz infrage. Das Gutachten macht die Politik der Bundesregierung für die lahmende Konjunktur verantwortlich.

Dass die SPD die Daseinsberechtigung der Wirtschaftsweisen anzweifelt, zeugt von politischem Autismus. Über die Kritik am Gutachten bin ich deshalb nicht sonderlich verwundert, stellt sie doch Teile der sozialdemokratischen Wirtschaftspolitik berechtigterweise vollkommen in Frage. Damit verschließt die SPD die Augen vor der wirtschaftlichen Krise der Eurozone.

Denn die Arbeitslosigkeit in Teilen der Eurozone liegt derzeit zwischen 5 und 26 Prozent. Darüber hinaus erleben wir aktuell eine Geldpolitik mit Zinsen bei null oder geringer und dennoch ist die Gefahr der Deflation noch immer nicht gebannt. Zudem schrumpfen die Kredite an den Privatsektor immer weiter. Als Folge davon nehmen die Schwierigkeiten für viele mittelständische Unternehmen zu, an Kredite heranzukommen. Außerdem sind die Schuldenstände der Eurostaaten auf einem nie gekannten Rekordhoch. Eine Besserung ist nicht in Sicht.

Der Politik fällt in ihrer Ratlosigkeit nichts Anderes ein, als unliebsame Ratschläge zu kritisieren, anstelle sie ernst zu nehmen.

Jetzt viel Geld auszugeben und Investitionsprogramme zu finanzieren ist die einzige Antwort der Bundesregierung. Das ist ziemlich einfallslos. Da sollte man besser auf wissenschaftlichen Rat hören.