Am Sonntag hat sich der Europäische Rat mit der Türkei auf einen Ansatz zur Lösung der Flüchtlingskrise geeinigt. Wenn wir Glück haben, wird die Türkei den Flüchtlingsstrom tatsächlich unterbrechen. Doch zu welchem Preis? Der eine Preis sind 3 Milliarden Euro, die die EU zur Hilfe in den Flüchtlingslagern bezahlen wird. Ferner soll die Visumspflicht aufgehoben werden. Das jedoch wird uns noch Kopfzerbrechen bereiten, denn man weiß aus Erfahrung, dass die Menschen nach Ablauf der Aufenthaltsfrist oft nicht in ihr Heimatland zurückkehren.

Noch bedenklicher ist es, dass die EU der Türkei eine Fortführung der Beitrittsverhandlungen zugesagt hat. Das war unredlich, denn die meisten Staatschefs Europas wollen die Türkei nicht in der EU haben. Die innere Entwicklung der Türkei passt zu nicht Europa, die Kurdenfrage ist ungelöst, die Personenfreizügigkeit würde die Stabilität in Europa weiter gefährden und die Türkei würde als bevölkerungsreichstes Land den größten politischen Einfluss in der EU fordern.

Die Türkei wird also die Schleusen für die Flüchtlinge wieder öffnen, wenn die EU sich nicht so verhält, wie die Türkei es erwartet.

Es war ein großer Fehler von der EU und von Frau Merkel, sich von der Türkei abhängig zu machen. Es ist nicht Aufgabe der Türkei, Grenzen zu sichern. Das wäre die Aufgabe Griechenlands gewesen. Wir sollten unsere Probleme selbst lösen, zumal wir sie selbst hätten lösen können.